Ich hab´s gelesen! Gesa Schwartz neues Buch: Grim – Das Erbe des Lichts. Wie bereits im ersten Teil der Reihe: Grim – Das Siegel des Feuers hat es die Autorin geschafft, gekonnt ein Netz zu spinnen, in dem sich der Leser gerne gefangen halten lässt.
Die Geschichte rund um Mia die Hartidin, also eine Seherin des Möglichen, und Grim den Gargoyle und Präsident der Obersten Gargoyle Polizei “OPG” hält absolut, was das über-aus ansprechend gestaltete Cover verspricht. Düster mit unglaublichen Augenblicken des Lichts. Bedrückend und doch wieder frei. Doch seht selbst:
Drucktechnisch wurde hier einiges zu Wege gebracht. Seien es nun die partiellen Lackierungen oder die gold-kupfer farbige Prägung des Wortes GRIM. Im Buch (ge-bundene Ausgabe) selbst wird mit einer aufwendigen Illustration begonnen und mit selbiger geschlossen.
Hier vorweg schon mal meine Rezension zu Grim – Das Erbe des Lichts:
“Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt in freie Leben
Und in die Welt wird zurückgegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu wahrer Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.”
Hier lässt die Autorin Gesa Schwartz, in ihrem neuen Buch “Das Erbe des Lichts” den Geschichtenzähler, Barden und Zauberkünstler Tomkin Novalis zitieren. Und wenn man sich auf das Buch einlässt, erkennt man, das es genau darum geht. Doch: Geht man davon aus, schön langsam in das Geschehen rund um Mia und Grim herein gebeten zu werden, liegt man völlig falsch. Der Leser wird regelrecht in einen der Albträume gestoßen, die Grim seit Wochen plagen. Wie im Krimi …
Grims Alpträume begannen von dem Zeitpunkt an, seit grausame Morde an Menschen verübt werden. Gänzlich ausgesaugt und ihrer Augen beraubt, geben sie auch der “welt-lichen” Polizei Rätsel auf, und immer stärker wird der Verdacht, dass es sich dabei um etwas übernatürliches handelt, Vergessenszauber hin oder her. Denn Grim und seine Kollegen der Obersten Gargoyle Polizei “OGP”, allen voran der Kobold Remis, der als Spürnase tätig ist, schaffen es nicht immer die Leichen zu verbergen bevor sie von den Menschen gefunden werden. Doch alles weist darauf hin, dass sehr mächtige Magie aus der Anderwelt angewandt wurde. Bis dato war es der OGP noch nicht gelungen, die Magie auf ihren Ursprung zurückzuführen, doch das soll sich bald ändern.
Auch Mia fühlt, dass etwas auf die Menschheit zurollt. Gemeinsam macht sie sich mit Grim auf die Suche, um herauszufinden wer für die Geschehnisse verantwortlich ist. Die Macht gegen die sie antreten müssen ist uralt und mächtig. Die Vorhut dieser Macht bildet der Schattenalbe Alvarhas und die seinen, um den Weg zu bereiten für ein Wesen, das die Menschheit vernichten will: Die Schneekönigin, die Königin der Alben. Theryon der Feenkrieger, der Mias in ihrer Gabe als Hartidin unterwiesen hat, begleitet sie. Doch unversehens kommt Grim in eine Situation, in der er, um Theryon zu retten, dem Dämon Verus, einen Gefallen schuldet. Wenn die Zeit kommt muss Grim Verus diesen Gefallen vergelten, egal um was es sich handelt. Doch in Mia wächst ein immer größerer Schatten: Der Zweifel. Außerdem trägt Mia etwas in sich, was sie – sollte sie Feenmagie anwenden – dem Tod immer ein Stückchen näher bringt.
Es gibt eine stärkere Macht, die die Schneekönigin in ihre Schranken weisen kann: Den Krieger des Lichts. Obgleich wegen der einst Jahrhunderte währenden Kriegen, zwischen Zwergen und Gargoyles ein starkes Spannungsverhältnis herrscht, hilft ihnen der irische Zwerg Hortensius bei der Suche, besagten Krieger ausfindig zu machen. Die Schranken innerhalb der Welt und Anderwelt-Bewohner scheinen zu zerbröckeln.
Jetzt ist es Zeit, wieder in die Realität aufzutauchen, auch wenn es schwer fällt. Denn Gesa Schwartz versteht es mehr als gekonnt, den Leser mit einem Lesebann zu verzau-bern. Indem die Autorin Anlehen aus Hans Christian Andersens-Märchenwelt und J.R.R Tolkiens Herr der Ringe-Saga zu einem eigenständigen, bildgewaltigen Ganzen zusam-menfügt, entsteht ein Werk, dass man nur als fantastische Phantastik bezeichnen kann. Entgegen zu “Das Siegel des Feuers” scheint mir “Das Erbe des Lichts” erwachsener, doch auch düsterer geworden zu sein, obwohl ich vom ersten Band schon hin und weg war. Gesa Schwartz verführt den Leser geradezu, verweilen zu wollen, indem sie die Charak-tere und Schauplätze dieser dramatischen, spannenden, unglaubliche Erzählung mit buntem Leben erfüllt. Auch die Liebe zwischen Mia und Grim ist verstärk erblüht, wovon der romantische Leser sehr angetan sein wird. Wie dem auch sei, sehr gerne vergebe ich an “Grim – Das Erbe des Lichts” 5 gebannte Lesepunkte und schließe mit einem Zitat aus dem Buch: “Stattdessen sah Grim einen Nachthimmel in Theryons Blick – einen Himmel voller Sterne über den Ruinen einer vergessenen Stadt”.
Euere Ka
P.S. … die auf gebundene Bücher steht!


